Welt 10.12.2025
09:51 Uhr

Verdacht des Ausweisbetrugs – Polizei geht gegen syrische Großfamilie vor


Wegen des Verdachts auf Ausweisbetrug und Schleusung durchsuchten Ermittler 29 Wohnungen in zwei Bundesländern. 50 syrische Beschuldigte sollen Reisepässe manipuliert genutzt haben, um Angehörige aus der Türkei nach Deutschland zu bringen.

Verdacht des Ausweisbetrugs – Polizei geht gegen syrische Großfamilie vor

Mit einer Großrazzia sind die Behörden in Baden-Württemberg und Bayern am Dienstag gegen 50 Beschuldigte vorgegangen, die sich bei Ämtern falsche Ausweise für die Einreise von Verwandten beschafft haben sollen. Wie die Bundespolizei in Stuttgart und die Staatsanwaltschaft Konstanz mitteilten, wurden insgesamt 29 Wohnungen durchsucht, davon 22 in Singen. Im Mittelpunkt des Falles steht eine Großfamilie. Bei den Beschuldigten handelt es sich demnach um Syrer, die teils auch deutsche Staatsbürger sind. Sie sollen ihre deutschen Reisepässe als verloren gemeldet und neue Pässe beantragt haben, wobei sie Fotos von vornehmlich weiblichen Verwandten vorlegten. Die Fotos sollen ausgewählt worden sein, weil sie viele äußerliche Gemeinsamkeiten mit weiteren weiblichen Mitgliedern aus der Verwandtschaft aufwiesen und die Pässe so für mehrere Familienmitglieder zur Einreise nach Deutschland nutzbar waren. Die Angehörigen wurden laut den Ermittlern von der Türkei über Bulgarien in die Bundesrepublik geschleust, wo sie sich dann registrieren ließen. Den Beschuldigten werden Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen, Missbrauch von Ausweispapieren, Einschleusen von Ausländern und Beihilfe zur unerlaubten Einreise vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen wurden 50 Mobilfunktelefone, 20 Reisedokumente, diverse Speichermedien und „unzählige Passbilder verschiedener Personen“ beschlagnahmt, deren Auswertung andauerte. Sieben Menschen wurden „erkennungsdienstlich behandelt“ und kamen wieder auf freien Fuß. Insgesamt waren rund 350 Kräfte der Bundespolizei im Einsatz.